Der bevorzugte Platz der Armen im Volk Gottes
Im Herzen Gottes gibt es einen so bevorzugten Platz für die Armen, dass er selbst "arm wurde" (2 Kor 8,9). Der ganze Weg unserer Erlösung ist von den Armen geprägt. Dieses Heil ist zu uns gekommen durch das „Ja“ eines demütigen Mädchens aus einem kleinen, abgelegenen Dorf am Rande eines großen Imperiums. Der Retter ist in einer Krippe geboren, inmitten von Tieren, wie es bei den Kindern der Ärmsten geschah; zu seiner Darstellung im Tempel wurden zwei Turteltauben dargebracht, das Opfer derer, die sich nicht erlauben konnten, ein Lamm zu bezahlen (vgl. Lk 2,24; Lev 5,7); er ist in einem Haus einfacher Handwerker aufgewachsen und hat sich sein Brot mit seiner Hände Arbeit verdient. Als er mit der Verkündigung des Gottesreichs begann, folgten ihm Scharen von Entrechteten, und so zeigte sich, was er selbst gesagt hatte: » Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe « (Lk 4,18). Denen, die unter der Last von Leid und Armut lebten, versicherte er, dass Gott sie im Zentrum seines Herzens trug: "Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes" (Lk 6,20); mit ihnen identifizierte er sich: "Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben" und lehrte, dass die Barmherzigkeit ihnen gegenüber der Schlüssel zum Himmel ist (vgl. Mt 25,35f).
(Evangelii gaudium 197)


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Gott kommt zu uns.
Wir müssen uns nicht mehr zu ihm bemühen.

Gott kommt zu uns.
Nun werden auch im Schnee die Rosen blühen.

Gott kommt zu uns in einem Kinde,
dass er mit dem, was klein ist, sich verbinde.

Gott kommt zu uns.


Johannes Jourdan


 

     Foto: Sieger Köder


Spirituelle Vertiefung

  • Gott kommt uns ganz nahe – in jedem Menschen:
  • Kenne ich Momente, wo ich dem „Risiko der Begegnung“ ausweichen möchte? Warum?
  • Haben die Armen in unserer Pfarrei einen bevorzugten Platz? Was kann ich dazu beitragen?

 

Spirituellen Impuls 12-2016