Dieses Kriterium («Die Zeit ist mehr wert als der Raum» - siehe Impuls 1 Januar) lässt sich auch gut auf die Evangelisierung anwenden, die uns dazu aufruft, den größeren Horizont im Auge zu behalten und die geeigneten Prozesse mit langem Atem anzugehen. Der Herr selbst hat in seinem Leben auf dieser Erde seine Jünger oft darauf aufmerksam gemacht, dass es Ereignisse geben werde, die sie noch nicht verstehen könnten, dass sie aber auf den Heiligen Geist warten sollten (vgl. Joh 16, 12-13). Das Gleichnis vom Unkraut im Weizen (vgl. Mt 13, 24-30) veranschaulicht einen wichtigen Aspekt der Evangelisierung. Es zeigt uns, wie der Feind den Raum des Gottesreiches besetzen kann und Schaden mit dem Unkraut anrichtet. Er wird aber durch die Güte des Weizens besiegt, was mit der Zeit offenbar wird. (225)

 

14 impuls 0217

 

Unsichtbare Brücken spannen
von dir zu Menschen und Dingen
von der Luft zu deinem Atem
Mit Blumen sprechen
die du liebst
Im Atemhaus wohnen
eine Menschblumenzeit

Rose Auslände

                 Foto: Gregor Gander

 

Fragen:
Vertrauen wir auf die Kraft des Hl. Geistes – oder erwarten wir alles von unseren eigenen Plänen und Kräften?
Wie steht es um meine, unsere Geduld, den «langen Atem», wenn die erhofften Ergebnisse auf sich warten lassen?
«Unkraut im Weizen»: Wie gehen wir um mit den Fehlern und Schwächen von uns selbst und von anderen? Muss alles, was wir anpacken, vollkommen und perfekt sein?

 

Spiritueller Impuls 02-2017