• Kirche ist Kirche,
    wenn sie für andere da ist






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"Das Baugerüst" Impulstagung 2018 zum Thema „Lokale Kirchenentwicklung“

Die Kirche soll nahe bei den Menschen bleiben, auch wenn Personal und Geld knapp werden. Damit befasste sich der katholische Seelsorgerat des Kantons Luzern an seiner Impulstagung in Baldegg.

franzisca01Den katholischen Seelsorgerat des Kantons Luzern hat die „Baustelle Kirche“ inspiriert und den hoffnungsvollen Satz aus Markus 1.15 in den Raum gestellt: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.“ Im Kontext heisst es, dass Jesus Mitarbeitenden aus Fischerkreisen gesagt hat: Kommt mit, ich will euch zu Menschenfischern machen!
Die neue Seelsorgeratspräsidentin, Franziska Ebner, begrüsste die an der Tagung Teilnehmenden und stellte sich vor. Sie ist 40-jährig und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern im Schulalter in Rothenburg, wo sie als Katechetin unterrichtet. Sie ist seit zwei Jahren Mitglied des Seelsorgerats. „Das Arbeiten über die Pfarreigrenze hinaus bereitet mir grosse Freude. Kraft und Motivation gibt mir auch das Alltägliche, einfache Dinge wie ein spontanes Gespräch oder ein Sonnenuntergang. Da treffe ich immer wieder auf Gottesspuren. Ich bin mir daher sicher, dass sich die Arbeit für die Kirche und in der Gemeinschaft lohnt,“ sagte sie. Sie sprach das Tagesgebet.

 

Das Baugerüst
Thomas Villiger, Fachbereich Pastoral, bei der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern, stellte im spirituellen Einstieg seine zwei Leitsätze vor:
1. Mit Bauch, Herz und Kopf den Menschen nahe sein, sich gemeinsam vom Gleichen berühren lassen.
2. Sich von Gott leiten lassen, Licht, Wärme, Liebe spüren. Symbolisch für den Umbau, organisatorisch und spirituell, stand das Baugerüst im Saal. Immer wieder kann ein Element mehr darauf gestellt werden, um so Höheres erreichbar zu machen. Zu meditativer Musik wurde eine Kerze durchgereicht, in die jedes seine Wünsche und Sorgen in Bezug auf das persönliche Mitwirken in der Kirche eindrücken konnte. Diese Kerze wurde dann brennend ins Gerüst gestellt.
Bischofvikar Ruedi Heim erklärte das Prinzip „Zeit vor Raum“, oder der Entwicklungsprozess der Kirche ist wesentlicher als das gewünschte Ziel. Dafür braucht es Zeit, vor allem Vertrauen, Mut, Offenheit und Nähe. Killer dieses bereits eingeschlagenen Weges sind Trägheit und Menschenfurcht.

Prozess Neuland, ein Lernweg in Freude und Hoffnung
2018 impulstagung21Damian Kaeser-Casutt, Abteilung für «Pastorale Entwicklung und Beratung» des Bistums St. Gallen und Brigitta Helbling-Wildhaber, Mitarbeitende in der Seelsorgeeingheit Magdenau zeigten wie sie das Problem des Personalmangels positiv angingen und bearbeiten. Das Leitwort aus Hosea 10,12 ist Motivation für die St. Galler: „Nehmt Neuland unter den Pflug! Es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten“. Sie streben ein kollegiales Führungsmodell an, bei dem die Hierarchien nicht ausgekostet oder missbraucht werden. Begegnung, Nähe auf Augenhöhe ist gefragt. Es sollen Kompetenzen und seelsorgerliche Aufgaben auch an fähige, motivierte Freiwillige übertragen werden.
Es sollen neue pastorale Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Zu den noch verbleibenden Seelsorgenden soll Sorge getragen werden.

Austausch in Gruppen und im Plenum
Nach dem feinen Mittagessen aus der Klosterküche wurde rege diskutiert, welche Impulse man mitnehmen will. Was sieht man als grösste Herausforderung. Welche Unterstützung bräuchte man in den Pfarreien ?

Liturgischer Abschluss
Sr. Renata feierte musikalisch am Flügel mit, indem sie uns einstimmte, immer wieder das Lied: „Vertrauen ist ein Schritt. Vertrauen ist Schritt für Schritt. Vertrauen ist gehen, immer weiter gehen“ spielte, das nach und nach zum Mitsingen animierte. Sr. Karin trug die Legende von Francesco und Chiara mit dem Kirchenbau vor, in der die beiden nach vollendetem Bau ein Feuer entfachten, als Zeichen des Geistes der von diesem Werk ausgehen soll. Zum Schluss durfte jede und jeder ein Licht bei der Kerze aus dem Gerüst nehmen und auf den mit farbigen Tüchern belegten Boden davor stellen mit einem stillen oder ausgesprochenen Wunsch in die Zukunft. „Möge die göttliche Kraft das Licht in den Pfarreien nicht ausgehen lassen“, formulierte Thomas Villiger in seinem Schlussgebet.
Voll Hoffnung und Zufriedenheit ging man dann auf den Heimweg


Emil Barmet, Hildisrieden

Referat: Damian Kaeser-Casutt, hier Downlaod
Referat: Brigitta Helbling-Wildhaber, hier Downlaod
Gruppenarbeiten: hier Downlaod