• Kirche ist Kirche,
    wenn sie für andere da ist






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    wenn sie für andere da ist






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    wenn sie für andere da ist






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    wenn sie für andere da ist






  • Kirche ist Kirche,
    wenn sie für andere da ist



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Klausurtagung 2014 "Eine andere Art des Kirche-Seins"

Mit Erfahrungsberichten aus Brasilien und den Philippinen über „Eine andere Art des Kirche-Seins – und was wir davon lernen könnten“ befasste sich der KSRL auf seiner jährlichen Klausurtagung am 25. 10. 2014 in Hildisrieden.

renold blankRenold Blank, 28 Jahre lang Professor an der Päpstlichen Theologischen Fakultät von Sᾶo Paulo, gab einen spannenden Einblick, wie sich in der Kirche Brasiliens nach dem II. Vatikanischen Konzil dank der Befreiungstheologie in einem Jahrzehnte langen Prozess eine neue Art des Kirche-Seins entwickelte und weiter entwickelt. Ausgehend von der befreienden biblischen Gottesoffenbarung und dem Dreischritt „Sehen-Urteilen-Handeln“ wurden gesellschaftliche und kirchliche Strukturver-änderungen gefordert und eingeleitet. Es entstand eine geschwisterliche Kirche, die sich als messianisches Volk Gottes versteht, die sich gesellschaftspolitisch engagiert und Partei für die Armen ergreift, die dient und nicht bevormundet und die intensiv in die theologische Bildung der Laien investiert. Daraus entwickelten und entwickeln sich neue Organisations- und Leitungsstrukturen: ausgehend von den Bedürfnissen der Menschen periodisch angepasste Pastoralpläne, eine auf Protagonismus (Hauptrolle, Vorkämpfer) der Laien basierende Gemeinde-Struktur, eine Kirche aus „vernetzten Zellen“ (Basisgemeinden, pastorale Aktions-gruppen, Pastoralräte).

 

 

nicola neiderNicola Neider Ammann, Leiterin Bereich Migration-Integration im Pastoralraum Luzern, lebte 3 Jahre lang im Vikariat Bontoc-Lagawe unter armen indigenen Bergvölkern im Norden der Philippinen. Etwa parallel zur lateinamerikanischen Befreiungs-theologie entstand in den Philippinen vor allem durch Bischof Francisco Claver SJ eine „Theologie der Basisgemeinden“, ein „Asiatischer Integraler Pastoraler Ansatz ASIPA“. Menschen begannen sich zu solidarisieren, zu organisieren und sich für ihre Rechte zu engagieren, z. B. im Kampf gegen Korruption. Diese Erfahrungen, regelmässiger Austausch und intensive Fortbildung auf allen Ebenen führten auch hier zu einer neuen Art des Kirche-Seins als „Gemeinschaft von Gemein-schaften“. Zentrale Elemente einer Basisgemeinde sind: die lokale Nähe in einer Nachbarschaft bzw. einem Dorf, die Verwurzelung im Wort Gottes, das soziale Engagement und die Verbundenheit mit der ganzen Kirche. Massgebende Prinzipien im Sinne des II. Vatikanischen Konzils sind: Dialog, Partizipation, Mitverantwortung und ein neues Leitungsverständnis: „Non dominating, but animating leadership“.

 

 basisgemeinden

Trotz der unterschiedlichen Situation in Brasilien und in den Philippinen zeigten sich Gemeinsamkeiten in dieser anderen Art von Kirche-Sein: Kirche wird gelebt •als Gemeinschaft von (überschaubaren) Gemeinschaften,

  • die sich orientieren an der biblischen Botschaft und an den Bedürfnissen der Menschen,
  • in denen Laien konkrete Kompetenzen durch Weiterbildung erwerben und Mitverantwortung übernehmen,
  • die mit und ohne Priester ihren Glauben feiern und ihn
  • durch sozial-politisches Engagement leben.


Es ist eine Kirche, in der es Freude macht, dazu zu gehören und mitzuarbeiten.

Könnten wir von dieser anderen Art des Kirche-Seins für uns in der Schweiz nicht einiges lernen? Die Diskussion hierüber wird den KSRL noch weiter beschäftigen.